1. Januar 2019

Der erste Tag im neuen Jahr – ein Tag wie jeder andere.
Der einzige Unterschied zu sonst bestand eigentlich darin, dass alle Kolleginnen der Frühschicht so richtig müde waren, aber dennoch gut gelaunt.
Der Nachtdienst war auch nicht so anders. Naja, es war laut. Aber die meisten meiner alten Leute hören nicht besonders gut. Und irgendwie habe ich auch den Eindruck, dass das Feuerwerk inzwischen anders klingt als früher. Ich meine, ich habe schon in Silvesternächten gearbeitet, in denen die alten Leute regelrecht in Panik gerieten: „Die Russen kommen!“ Inzwischen passiert das kaum noch. Kann auch sein, dass es die alten Menschen sind, die sich verändert haben. Viele von ihnen haben ja gar nicht mehr so diese Erinnerungen an den Krieg, weil sie damals kleine Kinder waren. Sie erinnern sich viel mehr an die Zeit danach.
Jedenfalls wachten auf meinem Bereich kaum Bewohner von der Knallerei auf, und kurz nach Mitternacht war es sogar so ruhig, dass ich ein paar Minuten auf den Bereich im ersten Stock gehen konnte, um dort mit den Kolleginnen anzustossen. Alkoholfrei, versteht sich.
So etwas mache ich normalerweise nicht, aber der einen Kollegin schien das wichtig zu sein – und mir tat es ja nicht weh.
Ansonsten war wirklich alles wie immer. Ich schaffte es nicht ganz pünktlich aus dem Haus und verpasste meinen Bus, was bedeutete, dass Panda mal wieder warten musste. Aber Panda ist das gewöhnt. Es regnete, was nicht so toll war. Schlimm war’s aber auch nicht; das Wetter ist halt das Wetter. Schnee wäre allerdings schön gewesen, dann hätte man den ganzen Müll und Dreck nicht so gesehen. Am ersten Tag jeden neuen Jahres sieht es draussen einfach schlimm aus. Den ganzen Kram vom Feuerwerk anschliessend wegzuräumen, das wäre doch echt ein guter Neujahrs – Vorsatz. Aber sowas nimmt sich natürlich niemand vor.

Mehr lässt sich über den ersten Tag des neuen Jahres nicht sagen, denn da ich ja Nachtdienst hatte, habe ich ihn grösstenteils verschlafen. In den zwei oder drei Stunden, die mir zwischen Aufwachen und Losgehen (zur Arbeit) blieben, habe ich ein bisschen Musik gehört und im Internet nach französischen Filmen gesucht. So wirklich fündig bin ich noch nicht geworden, was hauptsächlich daran liegt, dass ich französische Filme nicht so mag. Warum das so ist, kann ich eigentlich nicht sagen. Es ist ja nicht so, dass ich diesbezüglich abschreckend schlechte Erfahrungen gemacht habe. Französische Filme sind einfach nicht so mein Ding. Ob sich das jetzt ändern wird? Ich meine, neuerdings höre ich ja auch französische Musik und finde manches so richtig gut.